Nachdem ich mich von Warschau losreißen konnte, ging es in die Masuren, einem Gebiet mit vielen vielen Seen und Abermilliarden Stechmücken im Nordosten Polens.
Hier, aus Prostki, stammte mein Großvater, bis er bei der großen Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg gezwungen war, zu fliehen. Andernfalls wäre er von den Russen getötet worden.
Das Dorf sieht aus, als ob jeglicher Fortschritt an ihm vorbei gegangen wäre. Straßen, bestehend aus Kopfsteinpflaster, die Häuser optisch sehr vernachlässigt.

Das Besondere von Prostken, wie der Ort im Deutschen heißt, war seine Nähe zu Litauen, denn hier verlief die preußische und litauische Grenze. Heute erinnern nur noch alte Grenzsteine und ein Denkmal daran. Links der Gemarkung war Preußen, rechts davon war Litauen.
Auch das alte Grenzhaus steht heute noch, welches die Grenze von Preußen und Polen markierte. 
Man muss bedenken, Litauen war zu dieser Zeit und davor einer der größten Staaten Europas und erstreckte sich bis weit ins heutige Polen und ans Schwarze Meer.
In der Nähe von Prostken steht eine Kirche, die komplett aus Holz und ohne Nägel gebaut wurde. Ein bisschen erinnert sie mich an einen Gemeindesaal aus der Vikingerzeit. Urgemütlich! 









Außer in politischen Dingen, hier lassen sich, insbesondere die jungen Warschauer nichts vom Pferd erzählen. So war ich auch bei der Demonstration dabei, als das Parlament über die umstrittenen Gesetze zur Ernennung der Richter abgestimmt hat.




Das kuriose ist, die Altstadt ist jünger als die Neustadt. In den 60er Jahren wurde die Altstadt, die durch den zweiten Weltkrieg zerstört wurde, originalitätsgetreu wieder aufgebaut. Die bis zu diesem Zeitpunkt schon gebaute Neustadt ist deshalb älter als die Altstadt,
was man am Zustand der Neustadt auch sehr deutlich sieht.


einer Bahntrasse, die direkt durch das Stadtzentrum führt
und natürlich einen wunderschönen Strand.
Das Wetter war leider nicht das allerbeste..
