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Die letzten Tage in Litauen

Wieder zurück in Litauen, war ich dann im Aukštajtija Nationalpark. Eine unberührte, wunderschöne Seenlandschaft, mit sehr aggressiven (intelligenten) Moskitos! Die finden jede noch so kleine Ritze um ins Auto zu kommen!

Im Aukštajtija Nationalpark kann man wunderbar wasserwandern, überall gibt es Möglichkeiten, Boote, Kanus und Kayaks zu mieten.

An einer solchen Anlegestelle stand ich nun, da für die Wasserwanderer dort Campingplätze eingerichtet sind. Kostenfrei!

Dort war ebenso zufällig eine Band, MaNNazz, die auf dem Campingplatz Flyer verteilten und so Werbung für ihren Auftritt am nächsten Tag machten. So beschreiben Sie sich selbst. Hört auf jeden Fall mal rein. Übrigens waren sie während ihrer Europatournee auch in Mannheim! (Monneeeeem!)

MaNNazz – is a group of two artists of interpretational contemporary electronic music, who produce a modern electronic mosaic which has a variety of „ambient“, „drum&bass“ and „atmospheric“ music elements.


I’m really glad, that we have met! ❤️

Hier könnt ihr mehr über sie erfahren 🙂

Anschließend ging es weiter nach Wilkomir, wo der Weg zu meinem Schlafplatz durch einen „See“ ging. Bis zur Wade ging das Wasser (musste ja vorher erst schauen, ob ich da überhaupt durch komm) und mit Vollgas und genug Schwung schaffte ich es letztendlich dann auch.

Auf der Wiese fanden sich dann ein paar Pfadfinder aus Deutschland ein. Es war ein sehr gemütlicher Abend.

In Kaunas traf ich dann Dominykas, den Gitarristen von MaNNazz und er zeigte mir die Stadt. Überreste vom Kommunismus findet man überall, aber auch deutlich ältere Häuser gibt es sehr zahlreich. Kaunas ist auf jeden Fall eine Reise wert!

Das Baltikum

Fahrt niemals niemals niemals von der Hauptstraße herunter, wenn euch euer Auto lieb ist und ihr keinen Geländewagen besitzt. Die Seitenstraßen sind selten ausgebaut und bestehen aus verdichtetem Schotter, der die Angewohnheit hat, wellig zu sein.

Eine einzige Katastrophe, alles scheppert, wackelt und klirrt und auf Lenkbewegungen reagiert ein Auto mit äußerster Verzögerung. Wenigstens gibt es dort auch kaum Verkehr, sodass man bei einer Panne auch sehr lange seine Ruhe hat. 🙈😄

Litauen Von den drei baltischen Staaten hat mich Litauen besonders beeindruckt, obwohl es das ärmste Land im Baltikum ist.

Vilnius, die Hauptstadt, hat gerade mal 530.000 Einwohner, aber dafür eine besonders lebhafte Vergangenheit. Litauen war einst eine Großmacht, welche bis ans Schwarze Meer reichte. Vilnius galt seit seiner Gründung als eine der liberalsten Städte Europas, die im Lauf ihrer Geschichte u. a. den verfolgten Juden aus Mitteleuropa und Russland Schutz bot.

Diese Einleitung ist wichtig, denn Vilnius hat heute einen autonomen Stadtteil, Užupis genannt, der früher vor allem von Juden bewohnt wurde und jetzt das Künstlerviertel ist. Einige Bewohner riefen als Kunstaktion die unabhängige Republik Užupis aus, die über eine Verfassung, eine Flagge und einen Präsidenten verfügt. Die zwölf Mann starke Armee wurde mittlerweile wieder aufgelöst, weil Užupis sich in seiner Verfassung als weltweit einziges Land zu einem völligen Gewaltverzicht verpflichtet hat. Trotz der fehlenden völkerrechtlichen Anerkennung wird die Republik Užupis Immer häufiger von ausländischen Staatsvertretern besucht. Das Parlamentsgebäude ist das Café Užupio Kavinė („Café von Užupis“), dort ist auf Bronzetafeln in 28 Sprachen die Verfassung niedergelegt worden.hier die deutsche Variante.

Zu den Ehrenbürgern von Užupis gehört unter anderem der Dalai Lama, der dort auch einen eigenen heiligen Tempel hat. Eine weitere Sehenswürdigkeit sind die drei Kreuze, die auf einem, die Stadt überragenden, Hügel stehen. Von dort hat man einen atemberaubenden Blick über ganz Vilnius.Lettland In Lettland wird der geteerte Straßenzustand deutlich besser, aber die Einöde der Landschaft nimmt zu. Man fährt stundenlang geradeaus und links und rechts ist nichts weiter als dichter Wald. Selbst die Hauptstadt Riga hat mich nicht besonders berührt, sodass ich zügig weiter nach Estland fuhr.

Estland war wieder ganz anders, am ehesten vergleichbar mit Lettland, nur noch flacher.

Tallinn ist zwar eine wunderschöne Stadt, aber die Parktickets sind absoluter Wucher!

4,80€ pro Stunde!! Deshalb ließ ich auch diese Stadt rasch hinter mir und macht mich auf den Weg mach Tartu, der Studentenstadt von Estland.

Auf dem Weg dorthin kam ich am „Viikingite Küla“ vorbei, einem Freilichtmuseum für die Kultur der Vikinger, inklusive Waffenvorführung, Fischteich, wo man seinen eigenen Fisch fangen kann, der sogleich geräuchert wird und vielem mehr. Bei Interesse kann man hier gerne auf deren Website stöbern.

Angekommen in Tartu fand ich mal wieder gleich einen perfekten Parkplatz, zentral und kostenlos und machte mich auf den Weg in die Innenstadt.

Tartu hat eine der ältesten Universitäten Europas. Die Stadt selbst ist in bestem Jugendstil erbaut und ein wahres Juwel. Hier gibt es zwar keinen schiefen Turm wie in Pisa, dafür aber ein ganzes Haus.

Ich musste zweimal hinschauen, da es nicht sofort auffällt. Aber irgendwas fällt auf, denn irgendwie scheint das Haus perspektivisch nicht zu stimmen. Bei genauerem hinsehen, fällt auf, dass es deutlich geneigt ist. Der Brunnen, der sich küssenden Studenten ist eine der Hauptattraktionen der Stadt.

Eine Legende besagt, dass ein Studentenpaar in einer Herbstnacht durch die dunklen Gassen der Altstadt spazierte.

Lachend und küssend erreichten sie das Rathaus, als es zu regnen anfing. Der junge Mann öffnete seinen Schirm und umarmte das Mädchen. Sie küssten sich lange und das Mädchen wünschte sich, dieser Moment möge nie vergehen. In diesem Augenblick blitzte es und das Paar wurde versteinert.

Seit dem stehen sie vor dem Rathaus und erinnern jeden Vorbeikommenden daran, dass das Herz zum Lieben und der Mund zum Küssen da sind… Nach Tartu ging es weiter in die endlosen weiten Estlands. Hier ein paar wunderschöne Eindrücke:

Auf einmal wurde das Land hügelig bzw fast bergig.

Ich könnte meinen Augen nicht trauen! Endlich mal etwas Abwechslung!

Wie sich herausstellte, ist hier auch der höchste Berg des ganzen Baltikums zu finden. Sage und schreibe 312 Meter hoch und ganz oben ist ein Aussichtsturm. Sein Name: Suur Munamägi, auf deutsch Halbes Ei, weil er wirklich genauso aussieht, wenn man sich die Bäume wegdenkt. Von dort oben hat man einen sagenhaften Blick. Laut Informationstafeln kann man bis zu 50 Kilometer weit schauen, bis mach Russland und Lettland! Der helle Wahnsinn!

Prostki

Nachdem ich mich von Warschau losreißen konnte, ging es in die Masuren, einem Gebiet mit vielen vielen Seen und Abermilliarden Stechmücken im Nordosten Polens.

Hier, aus Prostki, stammte mein Großvater, bis er bei der großen Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg gezwungen war, zu fliehen. Andernfalls wäre er von den Russen getötet worden.

Das Dorf sieht aus, als ob jeglicher Fortschritt an ihm vorbei gegangen wäre. Straßen, bestehend aus Kopfsteinpflaster, die Häuser optisch sehr vernachlässigt.

Das Besondere von Prostken, wie der Ort im Deutschen heißt, war seine Nähe zu Litauen, denn hier verlief die preußische und litauische Grenze. Heute erinnern nur noch alte Grenzsteine und ein Denkmal daran. Links der Gemarkung war Preußen, rechts davon war Litauen. Auch das alte Grenzhaus steht heute noch, welches die Grenze von Preußen und Polen markierte.

Man muss bedenken, Litauen war zu dieser Zeit und davor einer der größten Staaten Europas und erstreckte sich bis weit ins heutige Polen und ans Schwarze Meer.

In der Nähe von Prostken steht eine Kirche, die komplett aus Holz und ohne Nägel gebaut wurde. Ein bisschen erinnert sie mich an einen Gemeindesaal aus der Vikingerzeit. Urgemütlich!

Warschau

Dort angekommen, meldete ich mich bei Pawel und Elwira, die mich auf dem Open’er Festival in Gdynia eingeladen hatten, zu Ihnen zu kommen, wenn ich Warschau bin.

Wir hatten eine sehr tolle Zeit miteinander. Unter anderem gingen wir ein paar mal in eine Jazzbar mit Jamsessions. Es war atemberaubend! Leider kommt die Stimmung auf dem Video nicht so gut rüber.

Sie zeigten mir auch einen guten Platz, wo ich mich hinstellen und auf potentielle Kunden warten konnte, der Weichselpromenade, gegenüber des Narodowy-Stadions.

Es dauerte auch nicht lang und ein Mitarbeiter des nahegelegenen Hotdogstandes stellte sich zur Verfügung. Von da an ging es Schlag auf Schlag.

Warschau ist eine atemberaubende Stadt. Überall gibt es etwas zu entdecken. Die Menschen sind außergewöhnlich gastfreundlich und nett, was übrigens auf ganz Polen zutrifft. Nirgendwo sonst in Europa würde ich so nett empfangen, aber besonders in Warschau. Auch ist die Atmosphäre eine ganz besondere. Das Leben wird leicht genommen, was passiert, passiert. Außer in politischen Dingen, hier lassen sich, insbesondere die jungen Warschauer nichts vom Pferd erzählen. So war ich auch bei der Demonstration dabei, als das Parlament über die umstrittenen Gesetze zur Ernennung der Richter abgestimmt hat.

Selbst hier ging es sehr friedlich zu. Natürlich wurde Krawall gemacht, aber nicht gegen andere Menschen oder Polizisten.

Warschaus Altstadt darf nicht unerwähnt bleiben, denn sie eint das gleiche Schicksal wie die von Elblag. Die Altstadt ist jünger als die Neustadt, da sie ebenfalls im zweiten Weltkrieg nahezu vollständig zerstört wurde. Vom Palast zB. war gar nichts mehr übrig. Heute erstrahlt er in neuem Glanz.

Viel habe ich von Warschau allerdings nicht besichtigen können. Dies werde ich bei meiner Rückkehr im September aber nachholen, obwohl ich sage und schreibe drei Wochen in Warschau verbracht hatte. Deutlich länger als geplant, denn ursprünglich wollte ich gar nicht nach Warschau und als ich mich entschloss, dorthin zu fahren, dann nur für ein paar Tage. So sehr hat es mir die Stadt angetan!

Warschau ist definitiv zu eine meiner Lieblingsstädte in Europa geworden!

Elblag

Weiter geht’s Richtung Warschau, durch Elblag. Hier kann man eine wunderschöne Altstadt besichtigen. Das kuriose ist, die Altstadt ist jünger als die Neustadt. In den 60er Jahren wurde die Altstadt, die durch den zweiten Weltkrieg zerstört wurde, originalitätsgetreu wieder aufgebaut. Die bis zu diesem Zeitpunkt schon gebaute Neustadt ist deshalb älter als die Altstadt, was man am Zustand der Neustadt auch sehr deutlich sieht.

Des Weiteren gibt es eine Kirche die ohne weiteres in Mordor hätte stehen können.

Die Kathedrale ist ein regelrechtes Biest, die man sich unbedingt anschauen sollte, wenn man schon mal hier ist.

Sopot

Auf dem Weg nach Warschau kam ich in Sopot vorbei, einem Erholungsort direkt an der Ostseeküste.

Attraktionen gibt es hier in Hülle und Fülle, zB. das „Krzywy Dom“, einem Haus mit einer unkonventionellen Archiktektur einer Bahntrasse, die direkt durch das Stadtzentrum führt und natürlich einen wunderschönen Strand.Das Wetter war leider nicht das allerbeste..

Besucher sind hauptsächlich Russen aus dem nahegelegenen Kaliningrad und Warschauer, die hier Ihren Urlaub verbringen.

Des weiteren kann man hier auch einige Autos des nicht mehr existierenden polnischen Herstellers FSO bewundern.

Polen! Endlich wieder Ausland!

Da ich nun einige Kilometer zurück legen wollte ging es in einem Rutsch nach Gdingen, auf polnisch Gdynia.

Ich hatte mal irgendwo gelesen, dass dort im Juni das Open’er Festival stattfindet und zufälligerweise war es genau dann, als ich dort eintraf. Für das Festival selbst hatte ich leider nicht genügend Geld, aber die Party auf dem Festival war Ausgleich genug. Dort besserte ich auch gleich meine Reisekasse auf.

Auf dem Campingplatz lernte ich einige Leute kennen, die mir sagten, ich müsse unbedingt nach Warschau kommen.

Eigentlich liegt Warschau nicht auf meinem Weg, aber wenn so viele sagen, ich muss dorthin, dann bin ich überzeugt..

Rostock, Stralsund und das Quaiside-Mikrofestival

Vom Bergring nach Rostock. Das ist zwar nur ein kleiner Katzensprung, aber das musste sein, denn ich wollte unbedingt wieder ins Blue Doors Hostel. Dort blieb ich ein paar Tage, half Niklas bei der Renovierung seiner neuen Wohnung, im Hostel und hatte im Bunker meine erste Technoparty. 😀 Es war sehr interessant, aber ich bleib definitiv beim Rock’n’Roll!

Stralsund:
In Stralsund hatte ich einen hervorragenden Stellplatz, nämlich direkt neben der Gorch Fock!

Warum bin ich hier? Natürlich wegen dem Quaiside Mikrofestival, von dem ich im Hostel in Rostock erfahren habe.
Mikrofestival, was ist das?
Das ist ein Festival, bei dem 24 Stunden durchgehend Musik gespielt wird. Camping entfällt also.

24 Stunden Party können aber extrem anstrengend sein! Aber fangen wir erstmal vorne an.
Beim Aufbau half ich mit, da ich sowieso nichts produktives zu tun hatte.
Wir hatten sogar einen Pool, bestehend aus Bierkisten. Allerdings müssten wir ihn Dreimal aufbauen, da jedes Mal sich eine neue Schwachstelle offenbarte und der Pool sich den Gesetzen der Physik ergab. Das hier ist eine dieser provisorischen Lösungen, die leider nicht gehalten hat.
Hier ist dann der fertige Pool und er hat bis zum Ende durchgehalten! Allerdings war das Wetter ziemlich mittelprächtig, sodass kaum einer baden gegangen ist.
Ansonsten lass ich jetzt einfach mal die Bilder sprechen…

Haare geschnitten hab ich natürlich auch, allerdings war die Nachfrage nicht so hoch.
Alle weiteren Bilder können auf Instagram unter @teddy_bird angeschaut werden.

Bergring Teterow

Nach dem unübertrefflichen Trabitreffen in Anklam beschloss ich, einen Camper zu besuchen, den ich in der Nähe von Fuengirola bei Málaga, Spanien, kennen gelernt habe.
Harald war Landwirt und genießt jetzt die schönen Seiten des Lebens, indem er quasi zwischen Deutschland und Spanien pendelt, abhängig von der Jahreszeit. Bei ihm wohnte ich einige Tage bis es schließlich nach Teterow an den Bergring ging.

Vorher aber musste ich meine geklebten Zylinder austauschen, da der Kleber nach 10.000km letztendlich doch den Geist aufgegeben hat. Glücklicherweise kannte Harald eine Werkstatt in der Nähe, wo ein paar alte Pappen auf dem Hof herumstanden. Dort durfte ich mir Kolben und Zylinder ausbauen und im Nu war meine Pappe wieder fit für neue Abenteuer!

Der Bergring ist eine Grasbahn, auf der schon seit zig Jahren, auch zu DDR-Zeiten, Motorradrennen gefahren wurden und heute noch gefahren werden. Es war der absolute Wahnsinn und vielleicht schaffe ich es zum nächsten Pfingsten wieder dorthin. 🙂

Ja, das Lied hört sich beim ersten mal anhören schrecklich an, aber es hat Kult-Status auf dem Bergring!

Hier noch ein kleines Video von mir, dass ihr eine ungefähre Vorstellung davon habt, was da abgeht.