Gastfreundschaft

Mitte August lernte ich in der Nähe des Stansted Airports auf einem Campingplatz ein älteres Ehepaar kennen, wir verstanden uns auf Anhieb. Deshalb beschloss ich, auf dem Rückweg einen Abstecher bei Ihnen zu Hause zu machen.

Gesagt, getan. Aus dem Abstecher wurde letztendlich eine ganze geschlagene Woche!!

Als ich dort ankam, wurde gleich die ganze Familie herbeigetrommelt, dass ich alle kennenlerne.

Eigentlich war meine Absicht, nur ein paar Tage zu bleiben, was aber nicht gelang, denn sie ließen mich praktisch nicht gehen, denn sie integrierten mich gleich in ihr Familienleben.

Ich habe selten eine so gut harmonierende Familie kennengelernt und würde am liebsten noch länger bleiben, aber dann schaffe ich nicht mehr rechtzeitig nach Spanien. 😁

Richard und Audrey, ich danke euch von ganzem Herzen für alles. ❤️

Gavin(Sohn), Richard, Alli, Audrey und die Freundin von Gavin. Hailey, die Tochter, konnte zum Foto leider nicht kommen.
Für mich geht’s nun weiter nach Dover und dann weiter nach Bordeaux, der Sonne hinterher.

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Die Highlands

Wo fange ich da am besten an..

Die Landschaft ist atemberaubend. Hohe Berge, tiefe Täler, Regen, Sonne, Regen, Sonne,…, sehr saubere Luft, neugierige Einheimische, Touristen über Touristen…

Um mit dem Regen anzufangen:

Erinnert etwas an die Route 66

Herbert vor Ben Nevis, dem höchsten Berg vom Vereinigten Königreich

Kriegerdenkmal am Ben Nevis

Caledonian Chanal

Schleusentreppe in Fort Augustus, Loch Ness

Eilean Donan Castle, Hauptquartier des MI6 in James Bond, „Die Welt ist nicht genug“

Sonnenuntergang bei Kyleakin, Brücke auf die Isle of Skye

Hafen von Kyleakin

Brücke nach Isle of Skye

Schiffswracks in einer verlassenen Bucht

Fähre von der Isle of Skye nach Mallaig

Angekommen in Mallaig, stand da ein Wohnmobil mit Chemnitzer Kennzeichen, der Fahrer, ein älterer Herr, sprang heraus, die Daumen nach oben gestreckt und rief: „STARK, MANN! ECHT STARK!

Hogwartsexpress auf dem Glenfinnan Viadukt (Für jeden der das auch erleben will, zwischen 15 und 15.30 Uhr fährt der da vorbei)

Das ist Maike, sie ist 18 und fährt mit einer 125er Yamaha mit 10PS durch ganz U.K. Ich drück dir die Daumen, dass du nur schönes Wetter hast und immer eine Handbreit Sprit im Tank! Ich ziehe meinen Hut!


Angekommen in Fort Williams hatte mein Trabi mal wieder mächtig Durst, eine Tankstelle war schnell gefunden und getankt war auch recht zügig. Eenszufufftsch natürlich. An der Kasse dann der absolute SUPERGAU! Karte geht nicht und kein Bares dabei. Schuldschein ausgestellt bekommen und sofort den nächsten freien Hotspot gesucht. Ein Blick aufs Konto offenbarte das Befürchtete. 20€ und paar gequetschte. Zum Glück gibt’s nen Dispo, der auch schnell genehmigt wurde. Number26 ist echt ein empfehlenswertes Konto!

Nach England ging es dann im Laufschritt, auf Suche nach Arbeit, dass ich bald wieder zurück aufs europäische Festland zu meinem geliebten Rechtsverkehr kommen kann.

Falls mich spontan jemand besuchen möchte, der Flughafen Stansted ist keine 5 Minuten von mir entfernt 😛 ich werd hier wohl noch ein paar Tage bleiben. 😉

Schottland

Wir haben es geschafft, wir sind in Schottland! Edinburgh ist eine wunderwunderwunderschöne Stadt!

Leider hab ich nicht so viele Bilder machen können, da mein Akku leer war…

Dafür gibt es eine verrückte Geschichte zu erzählen.

Wir liefen abends durch die Straßen, als wir einen Straßenmusiker, namens Joe, trafen, der auf ein paar Stufen mit seiner Gitarre Blues- und Rockstücke zum besten gab.

Wir blieben dort eine Weile und kamen ins Gespräch. Auf die Frage von wo aus Deutschland wir kämen, antworteten wir „Mannheim“, worauf er sagte, er habe jahrelang in Venne (Viernheim) gewohnt. Sogar den Dialekt hatte er noch drauf. Wir blieben noch den ganzen Abend bei ihm, tranken Bier, musizierten und forderten die Passanten auf, etwas Geld in den Koffer zu werfen.
Die Zeit in Edinburgh ging viel zu schnell vorbei und es ging schon wieder weiter, zu, Dunnottar Castle, eines der eindrucksvollsten Burgruinen in Schottland. Seht selbst:
Vom Dunnottar Castle zu unserem nächsten Ziel, Pitlochry, trafen wir auf einem Parkplatz auf einen anderen Trabi, ebenfalls aus Deutschland, Dresden. Zufälle gibt’s!
An alle Motorradverrückten und Kurvenverliebten, die Straße nach Pitlochry ist mehr als ideal und meiner Meinung nach ein absolutes Muss, für jeden der ein motorisiertes Zweirad sein Eigen nennen kann!

Der Hadrianswall

Nach einer ausgiebig zerfeierten Nacht machten wir uns auf, zu unserem nächsten Ziel, dem Hadrianswall. Erbaut von den Römern, sollte er die Grenze zu den Barbaren (Schotten) sichern.Heute ist dort nicht mehr viel vom ursprünglichen Wall übrig, dafür aber atemberaubende Landschaften und viele Schafe!
20km folgten wir dem Wall, zurück fuhren wir per Anhalter.
Genug der Worte, die Bilder sprechen Bände:

Der Norden

Angekommen in Newcastle upon Tyne, wollten wir nun auch mal feiern gehen. Newcastle sei bekannt für sein Nachtleben, also waren wir schwer gespannt.
Wir rannten und rannten durch die Stadt, aber fanden nirgendwo einen Ort zum Feiern, der uns zusagte…

Wir hatten unsere Hoffnungen schon fast aufgeben als ein Punk des Weges kam, den wir sofort fragten, wo es denn hier eine gute Bar mit vorzugsweise Rockmusik gäbe. Er führte uns ins Trillians, eine kleine aber feine Rockbar. Die Musik war ganz gut die Leute okay, aber wir wollten tanzen und nicht einfach nur dasitzen und Bier trinken.

Wir kamen ins Gespräch mit ein paar „zwielichtig“ aussehenden Typen, die uns sofort den Grey’s Club empfahlen, der auch gar nicht mal so weit weg war.

Dort angekommen, fühlten wir uns wie in eine Zeitmaschine versetzt und 5 Jahre zurück gereist. Der Club war eine Mischung aus Fabrik, Kombe und Underground. Emo scheint hier noch ziemlich angesagt, denn überall rannten Emos herum.

Mittelengland

Über Mittelengland gibt es nicht viel zu berichten. Viele Felder, viel Wald. Im Großen und Ganzen relativ langweilig.

Wir hatten einen großartigen Stellplatz bei Bishop’s Stotford, der zu einem Pub namens „The Three Horseshoes“ gehört, in der Nähe des Flughafens. 

Cori musste nämlich nochmal nach Hause fliegen, zu einem Geburtstag. Ich blieb in der Zwischenzeit hier und genoss das herrlichste Wetter.

Als Cori dann wieder da war, ging es sogleich weiter nach Nottingham, auf die Spuren von Robin Hood. 

Sherwood Forest begeistert vor allem durch seine Ursprünglichkeit. Ein waschechter Urwald!


Es hat den Anschein, als ob der Wald sich komplett selbst überlassen ist.

Arbeit Arbeit!

Mein kleiner Pappmann ist prima im vermitteln! Kaum dass ich in Facebook in der englischen Trabi-Gruppe schrieb, dass wir eine Europatour machen und Arbeit suchen, meldete sich Michael, er habe Gartenarbeit für uns. Er wohnte auch nicht einmal 15km von unserem derzeitigen Wohnort.  Äste zurück schneiden, Büsche trimmen usw. Ein gutes Mittagessen war auch mit drin. Dort lernten wir auch seinen Sohn Ben kennen. Mit Michael und seiner netten Familie fanden wir in erster Linie keinen Boss sondern Freundschaft.

Als wir mit der Arbeit fertig waren unterhielten wir uns noch mit Michael und seiner Frau. Sie konnte es gar nicht fassen, was wir da machen. Und dann auch noch mit einem Trabant. Wie eine Mutter sorgte sie sich um uns und dass wir auch immer schön vorsichtig sein sollen. Sie hatte uns offenbar ganz in ihr Herz geschlossen.

Cambridge & St. Neots

In Cambridge wollten wir Bekannte meiner Eltern besuchen. Als wir vor der Tür standen und keiner aufmachte, beschlossen wir, wir wohnen jetzt hier, in St. Neots, kochen wie die Türken – aber geil – nach ein paar Stunden hat uns die Nachbarschaft vollkommen akzeptiert. Der nette Inder vom Kiosk schenkte uns Kekse, frägt nach dem Baujahr des Trabis  und läuft dann einfach davon. Der Nächste bringt uns die Telefonnumer meiner Bekannten und ums Eck ist auch ein chilliger Park. Man fühlt sich in der perfekten liebevollen Bilderbuch-Vorstadt! Jetzt brauchen wir nur noch Arbeit, denn Sprit und Geld sind gefährlich knapp geworden.


Nach einer Weile kam der Nachbar, der uns die Telefonnummer brachte, die Haustürschlüssel und meinte, die Bekannten sind gerade im Urlaub, in Spanien oder Frankreich, wir dürften aber ins Haus und dort wohnen.


Wir machen Fortschritte, von den Wohnungslosen zu den Eigenheimbesitzer/besetzern.

Bei einem Ausflug nach Cambridge machten wir eine verrückte Entdeckung.

Kühe. Im Stadtpark. Nicht eingezäunt. Ganz gemütlich am Mittagessen wiederkäuend.Die spinnen die Briten 😝


…aber auf ein oder zwei mehr Rindviehcher kommt es in unserer Familie jetzt auch nichtmehr drauf an :p

Wir fühlen uns wie zu Hause.

Leider müssen wir morgen schon wieder weiter, da ich einen Job über das englische Trabiforum an Land gezogen hab, in Bedfort. Mein Auto ist der perfekte Vermittler! Gartenarbeit ist jetzt auch erstmal eine willkommene Abwechslung zum ständigen Reisen. 🙂